Immer wieder lese ich, dass eine Schwangerschaft nicht das non plus ultra ist. Das sich die Frauen schlecht fühlen, traurig sind, dass es kein Zuckerschlecken ist.
Ja, es ist eine grosse Veränderung für das ganze, restliche Leben.
Ich kann nur für mich sprechen und sagen, dass ich nicht weiss, wann ich das letzte Mal so glücklich war. Das bemerkt übrigens auch mein Umfeld. Ich habe kein Ängste. Und mir kullern noch heute täglich Freudetränen, wenn ich an mein doppeltes Glück unter meinem Herzen denke.
Vielleicht ist das auch so, weil ich fast mein ganzes Leben lang kämpfen musste? Ich könnte Bücher schreiben über meine Vergangenheit. Missbrauch, Mobbing, schwerer Unfall, Existenzängste körperlich wie auch finanziell, Einsamkeit... Ich rede eigentlich nie gross über meine Vergangenheit, was geschehen ist, kann nicht rückgängig gemacht werden. Das hat zur Folge, dass die Leute mein "perfektes" Leben sehen, halt das Bild, das sich nach aussen gibt.
Vor 3 Jahren, nach meinem Bornout und der folgenden Diagnose mehrfach komplexe, posttraumatische Belastungsstörung mit dissoziativer Komobidität, beschloss ich, meine Vergangenheit aufzuarbeiten. Die Therapeuten waren alle sehr erstaunt, wie "normal" ich mein Leben führen konnte mit der Diagnose und Geschichte. Das ist wohl auch grösstenteils meinem Mann zu verdanken, der immer zu mir hielt, egal was passierte. Zudem war ich von Klein an verpflichtet, Verantwortung zu übernehmen.
Jedenfalls war ich vor einem Jahr mitten in der Traumakonfrontation. Leider trauten mein Therapeut und ich mir selber zu viel zu. Resultat war eine schwere Depression mit Suizidgedanken und Borderline Störung. Mein Therapeut wollte, dass ich in die Klinik gehe, wegen Selbstgefährdung. Ich wollte nicht. So einigten wir uns auf 2 Sitzungen die Woche und täglicher E-Mail-Kontakt. Hätte ich mich nicht daran gehalten und mich nicht pünktlich gemeldet, hätte er die Polizei informiert und ich wäre mittels FFE (Fürsorgerischer Freiheitsentzug) in die Klinik gekommen. Mein Mann und meine Freundin wurden auch miteinbezogen. Doch trotz allem schaffte ich es, meine täglich notwendigen Verpflichtungen (mich melden, Tiere versorgen, mich selbst pflegen) zu erfüllen. Es dauerte 6 Monate, bis es wieder aufwärts ging. Mein Therapeut findet, dass ich durch diese Krise wieder einen grossen Schritt vorwärts gemacht habe.
Viele denken wohl nun: Uaahh, und so jemand bekommt nun Kinder?
Das erste ist, ich war in all den Jahren NIEMALS fremdgefährtend, sondern höchtstens selbstgefährtend. Und jedesmal schaffte ich es, sobald ich merkte, dass es mir schlechter ging, Hilfe zu holen und sorgte dafür, dass meine Schutzbefohlenen (bis anhin die 4 Hunde und die Pferde) immer betreut wurden.
Desweiteren werde ich weiterhin in die Therapie gehen. Traumakonfrontation hat momentan Pause, bis nach dem Abstillen, doch dann gehts weiter. Hätte mein Therapeut einmal das Gefühl, ich wäre nicht fähig, für die Kinder zu schauen, müsste er die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde einschalten. Da er mich nun über 2 Jahre kennt, kann er an meinem Gesichtsausdruck meine Verfassung ablesen.
Durch meine Geschichte habe ich bereits als Kind sehr früh gelernt, Körpersprache zu lesen. Stimmungen zu fühlen. Das war für mich überlebenswichtig. Heute hilft mir diese Gabe bei der Ausbildung von den Pferden und dem Leben mit den Hunden. Und ich durchschaue damit die Menschen. Erwachsene haben die gelernt, A zu sagen obwohl sie B fühlen. Die Gesellschaft verlangt es. Mach ich ja auch. Doch die Körpersprache lügt nie. Sie drückt die Gefühle aus. Ich lese quasi immer zwischen den Zeilen mit. Bei meiner Pflegetochter half mir das immer sehr, ich spürte es, wenn sie abstürzte und konnte mich mit dem "Falltuch" bereitstellen. Ich denke, bei meinen Kindern wird es nicht anders sein.
Eine weise Frau hat mir mal gesagt, jede Seele wählt sich ihr Leben und ihre Aufgabe selbst. In jedem Leben wächst du in der Weisheit. Du bekommst nur soviel aufgebürdet, wie du tragen magst.
Ich fühle mich das erste Mal in meinem Leben frei und angekommen. Meine Seele sagt, es wird alles gut. Ich vertraue darauf.
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Donnerstag, 14. Mai 2015
Freitag, 13. März 2015
Meine Zeit als Kinderwünschlerin
Heute schreibe ich mal von der Vergangenheit. Immer wieder höre und lese ich von Frauen, die fast verzweifeln, weil sie nicht sofort schwanger werden und einige Monate üben müssen. Dafür habe ich null Verständnis. Was sind schon ein paar Monate? Es besteht bei jedem Zyklus eine 20-25% Chance, dass es klappt, wenn beide Partner gesund sind und der Sex zum richtigen Zeitpunkt statt findet.
An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass es Paare gibt, die ungewollt kinderlos bleiben, und ihr leben so meistern. Meine Cousine gehört dazu. Sie konnte mit dem Kinderwunsch abschliessen, und dafür verdient sie alle meine Achtung und meinen grössten Respekt. Sie meistert das Leben so, und ich bewundere sie sehr dafür.
Nun aber zu meiner eigenen Geschichte. Wir kommunizierten nie gross unseren Kinderwunsch. Doch anfangs, wenn wir darauf angesprochen wurden, sagten wir, ja, wir wünschen uns irgendwann Kinder. Obwohl wir uns nie fest legten, wuchs der Druck von aussen.
Ich suchte nach 1,5 Jahren üben den Frauenarzt auf, zur Jahreskontrolle und sprach mein Kinderwunsch an. Er untersuchte mich und stellte eine Tendenz zum PCO-Syndrom fest. Es wurde ein Zyklus lang die verschiedenen Stadien überwacht. Die erste Spermienprobe von meinem Mann wurde auch gemacht, und da lautete die Aussage, sie sei nicht so gut, doch 1 Spermium reiche ja. Mein Mann interpretierte das so, dass es von seiner Seite aus kein Problem gibt und kommunizierte das auch so. Empfehlung war IUI. Ok, auf gings. Beim 2 IUI klappte es tatsächlich jedoch verlor ich mein Kind in der 6. Woche. Die Trauer war gross. Ich suchte mir psychologische Hilfe.
Dann las ich mich in das Thema PCO. Ich las von Akupunktur und Ernährungsumstellung. Auf gehts, ich nahm das in Angriff. Doch es kam keine Schwangerschaft. Ich erweiterte auf Homöopathie, Schüsslersalze und und und...
So zogen Jahre ins Land. Um mich rum wurde alles schwanger. Ich stand da mit leeren Armen und gratulierte. Meine Wut und mein Selbsthass stieg. Warum ich? Warum immer ich? Ich hab trotz Missbrauch in meiner Kindheit meine Teeniezeit gemeistert. Ich hab einen schweren Autounfall mit Lungenembolie überlebt. Und wofür? Damit ich so gestraft bin für den Rest meines Lebens? Immer daneben stehen und zu sehen, wie andere schwanger werden? Was habe ich in meinem Leben verbrochen, dass mir das Glück missgönnt wird? Ich wünschte mir immer öfters, ich hätte meinen Autounfall nicht überlebt und auch Suizidgedanken kamen auf.
Als letzte Hilfe suchten wir die Kinderwunschklinik auf. Wieder starteten die Untersuchungen. Diesmal hiess es ganz klar, mit dem SG hätten wir auf natürlichem Weg eingentlich keine Chance. Da wurde mir bewusst, dass ich mich 6 Jahre gequält habe mit etwas, was zum Scheitern veruteilt war. Wir nahmen das erste IVF in Angriff. Negativ. Ich konnte nicht mehr. Es war zuviel, Es kam zum Nervenzusammenbruch und ich kam in die Klinik. Burnoutstationm 15 Wochen. Ich begann, mich selbst zu verletzen, da ich besser mit Schmerz wie mit Gefühlen der Verzweiflung umgehen kann. Sie stabilsierten mich mit Psychopharmaka. Diagnose: postrtraumatische Belastungsstörung mit dissoziativer Komobidität. Ich gab die Hoffnung auf ein Kind auf. Ich wollte nicht mehr und sah auch keinen Grund mehr um weiter zu machen.
Mein Mann war verzweifelt und wollte mir helfen. Er drang mich zum Kyrozyklus, wir hatten ja noch 5 Eizellen eingefroren. Ich gab nach, ich wollte einfach meine Ruhe, Hoffnung war weg. Beim Auftauen gingen 2 Eizellen kaputt, es wurden dann die letzten 3 eingesetzt. Negativ. Für mich eine Bestätigung. Ich hatte Traumakonfrontationstherapie. Mein Therapeut ist super. Ich begann, meine Geschichte aufzuarbeiten, 2 Jahre lang. Es kam der Mut und die Hoffnung zurück, ich wurde stärker. Ich wollte es nochmals versuchen, den die Vorstellung ohne Kinder zu leben war schlimmer, wie die Strapazen der künstlichen Befruchtung. So nahmen wir letztes Jahr einen neuen Anlauf. Und es hat beim ersten ICSI geklappt. Damit habe ich nicht gerechnet. Ich rechnete mit einem Behandlungsjahr sicher.
In der Schweiz müssen wird die künstlichen Befruchtungen selbst bezahlen, es gibt keine Beiträge der Krankenversicherung. Uns kostete der Kinderwunsch bis heute 11'000 CHF (ca. 11'000 Euro). Wir haben das Glück, dass wir uns das leisten können.
Neben der psychischen und finanziellen Belastung ist eine künstliche Befruchtung sehr zeitaufwändig. Man ist wöchentlich 1-2 beim Arzt zur Ultraschallkontrolle. Daneben muss man sich täglich zur gleichen Zeit spritzen. Die vielen Eizellen, die gleichzeitig anreifen, verursachen ein unangenehmes Druckgefühl. Die Punktion ist schmerzhaft. Der Transfer unangenehm und die Warteschleife der Horror für die Emotionen. Es ist kein Sonntagsspaziergang und man nimmt das nur auf sich, wenn man unbedingt Kinder will. Ich mag die Sprüche wie Gott spielen oder ist das wirklich notwendig nicht. Niemand macht das aus Spass mit.
An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass es Paare gibt, die ungewollt kinderlos bleiben, und ihr leben so meistern. Meine Cousine gehört dazu. Sie konnte mit dem Kinderwunsch abschliessen, und dafür verdient sie alle meine Achtung und meinen grössten Respekt. Sie meistert das Leben so, und ich bewundere sie sehr dafür.
Nun aber zu meiner eigenen Geschichte. Wir kommunizierten nie gross unseren Kinderwunsch. Doch anfangs, wenn wir darauf angesprochen wurden, sagten wir, ja, wir wünschen uns irgendwann Kinder. Obwohl wir uns nie fest legten, wuchs der Druck von aussen.
Ich suchte nach 1,5 Jahren üben den Frauenarzt auf, zur Jahreskontrolle und sprach mein Kinderwunsch an. Er untersuchte mich und stellte eine Tendenz zum PCO-Syndrom fest. Es wurde ein Zyklus lang die verschiedenen Stadien überwacht. Die erste Spermienprobe von meinem Mann wurde auch gemacht, und da lautete die Aussage, sie sei nicht so gut, doch 1 Spermium reiche ja. Mein Mann interpretierte das so, dass es von seiner Seite aus kein Problem gibt und kommunizierte das auch so. Empfehlung war IUI. Ok, auf gings. Beim 2 IUI klappte es tatsächlich jedoch verlor ich mein Kind in der 6. Woche. Die Trauer war gross. Ich suchte mir psychologische Hilfe.
Dann las ich mich in das Thema PCO. Ich las von Akupunktur und Ernährungsumstellung. Auf gehts, ich nahm das in Angriff. Doch es kam keine Schwangerschaft. Ich erweiterte auf Homöopathie, Schüsslersalze und und und...
So zogen Jahre ins Land. Um mich rum wurde alles schwanger. Ich stand da mit leeren Armen und gratulierte. Meine Wut und mein Selbsthass stieg. Warum ich? Warum immer ich? Ich hab trotz Missbrauch in meiner Kindheit meine Teeniezeit gemeistert. Ich hab einen schweren Autounfall mit Lungenembolie überlebt. Und wofür? Damit ich so gestraft bin für den Rest meines Lebens? Immer daneben stehen und zu sehen, wie andere schwanger werden? Was habe ich in meinem Leben verbrochen, dass mir das Glück missgönnt wird? Ich wünschte mir immer öfters, ich hätte meinen Autounfall nicht überlebt und auch Suizidgedanken kamen auf.
Als letzte Hilfe suchten wir die Kinderwunschklinik auf. Wieder starteten die Untersuchungen. Diesmal hiess es ganz klar, mit dem SG hätten wir auf natürlichem Weg eingentlich keine Chance. Da wurde mir bewusst, dass ich mich 6 Jahre gequält habe mit etwas, was zum Scheitern veruteilt war. Wir nahmen das erste IVF in Angriff. Negativ. Ich konnte nicht mehr. Es war zuviel, Es kam zum Nervenzusammenbruch und ich kam in die Klinik. Burnoutstationm 15 Wochen. Ich begann, mich selbst zu verletzen, da ich besser mit Schmerz wie mit Gefühlen der Verzweiflung umgehen kann. Sie stabilsierten mich mit Psychopharmaka. Diagnose: postrtraumatische Belastungsstörung mit dissoziativer Komobidität. Ich gab die Hoffnung auf ein Kind auf. Ich wollte nicht mehr und sah auch keinen Grund mehr um weiter zu machen.
Mein Mann war verzweifelt und wollte mir helfen. Er drang mich zum Kyrozyklus, wir hatten ja noch 5 Eizellen eingefroren. Ich gab nach, ich wollte einfach meine Ruhe, Hoffnung war weg. Beim Auftauen gingen 2 Eizellen kaputt, es wurden dann die letzten 3 eingesetzt. Negativ. Für mich eine Bestätigung. Ich hatte Traumakonfrontationstherapie. Mein Therapeut ist super. Ich begann, meine Geschichte aufzuarbeiten, 2 Jahre lang. Es kam der Mut und die Hoffnung zurück, ich wurde stärker. Ich wollte es nochmals versuchen, den die Vorstellung ohne Kinder zu leben war schlimmer, wie die Strapazen der künstlichen Befruchtung. So nahmen wir letztes Jahr einen neuen Anlauf. Und es hat beim ersten ICSI geklappt. Damit habe ich nicht gerechnet. Ich rechnete mit einem Behandlungsjahr sicher.
In der Schweiz müssen wird die künstlichen Befruchtungen selbst bezahlen, es gibt keine Beiträge der Krankenversicherung. Uns kostete der Kinderwunsch bis heute 11'000 CHF (ca. 11'000 Euro). Wir haben das Glück, dass wir uns das leisten können.
Neben der psychischen und finanziellen Belastung ist eine künstliche Befruchtung sehr zeitaufwändig. Man ist wöchentlich 1-2 beim Arzt zur Ultraschallkontrolle. Daneben muss man sich täglich zur gleichen Zeit spritzen. Die vielen Eizellen, die gleichzeitig anreifen, verursachen ein unangenehmes Druckgefühl. Die Punktion ist schmerzhaft. Der Transfer unangenehm und die Warteschleife der Horror für die Emotionen. Es ist kein Sonntagsspaziergang und man nimmt das nur auf sich, wenn man unbedingt Kinder will. Ich mag die Sprüche wie Gott spielen oder ist das wirklich notwendig nicht. Niemand macht das aus Spass mit.
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Donnerstag, 5. März 2015
Bereit?
Als ich vor 9 Jahren das erste Mal den Kinderwunsch verspürte, gab es auch noch eine Kehrseite der Medaille. In meinem Kopf drehten sich die Fragen: Sind wir bereit dazu? Wir hatten ein Jahr zuvor unseren Hof gebaut, 6.5 Zimmer Haus mit 200m2 Wohnfläche und ich hatte meinen Arbeitsort so zu Hause. Doch reicht das?
Da es dann nicht einschlug, resp. ich noch ein Abort hatte, fing ich an, mir zu überlegen, was meine Kindheits- und Jugendträume waren.
- Ich wollte unbedingt immer mal nach Island reisen, also fuhren wir 2x hin.
- Ich wollte Pferdetrainerin und Reitlehrerin werden, mich im Reiten auf ein hohes Niveau ausbilden. Die letzten 6 Jahre besuchte ich 49 Kurse und war jedes Jahr 2-3 Monate mit Weiterbildung beschäftigt.
- Ich wollte Pferde züchten und ausbilden. Ich hatte 10 Fohlen, alle verkauft.
- Ich wollte Hunde und mit ihnen Sport machen. Wir haben 4 Hunde und machen Agility und arbeiteten an den Schafen. Ausserdem sind sie sehr gut erzogen.
- Ich wollte mit den Pferden und den Hunden in den Urlaub fahren. Auch das haben wir mehrmals gemacht.
- Ich wollte einen Pensionstall auf einem hohen Niveau, auch das haben wir geschafft.
- Ich wollte Pferde einer seltenen Rasse, auch die stehen da vor der Tür.
- Ich wollte meine Pferde gut und vielseitig ausbilden, auch das ist soweit erledigt.
- Ich habe mein Traumauto gekauft
Daneben habe ich seit meinem Burnout stark an mir gearbeitet. Meine Persönlichkeit hat sich sehr gefestigt und ich stehe für mich ein. Dazu haben wir in den 10 Jahren wo wir jetzt hier bereits wohnen, wurzeln geschlagen.
Die 9 Jahre waren hart, unbestritten, doch mit der Zeit habe ich habe sie genutzt. Ich kann mich jetzt auf mein(e) Krümmel freuen und weiss, dass ich die nächsten 15-20 Jahre ganz ihnen/ihm widmen kann, ohne dass ich irgendwelche Träume oder Wünsche zurückstecken muss. Der Nestbau ist abgeschlossen und die Selbstverwirklichung auch.
Ich bin, was ich immer sein wollte. Ich habe alles, was ich je wollte (ich weiss schon seit Jahren nicht mehr, was ich mir auf Geburtstag etc. wünschen soll...). Und ich bin frei von Ängsten, was das Muttersein betrifft.
Bessere Voraussetzungen gibt es wohl kaum, oder?
Da es dann nicht einschlug, resp. ich noch ein Abort hatte, fing ich an, mir zu überlegen, was meine Kindheits- und Jugendträume waren.
- Ich wollte unbedingt immer mal nach Island reisen, also fuhren wir 2x hin.
- Ich wollte Pferdetrainerin und Reitlehrerin werden, mich im Reiten auf ein hohes Niveau ausbilden. Die letzten 6 Jahre besuchte ich 49 Kurse und war jedes Jahr 2-3 Monate mit Weiterbildung beschäftigt.
- Ich wollte Pferde züchten und ausbilden. Ich hatte 10 Fohlen, alle verkauft.
- Ich wollte Hunde und mit ihnen Sport machen. Wir haben 4 Hunde und machen Agility und arbeiteten an den Schafen. Ausserdem sind sie sehr gut erzogen.
- Ich wollte mit den Pferden und den Hunden in den Urlaub fahren. Auch das haben wir mehrmals gemacht.
- Ich wollte einen Pensionstall auf einem hohen Niveau, auch das haben wir geschafft.
- Ich wollte Pferde einer seltenen Rasse, auch die stehen da vor der Tür.
- Ich wollte meine Pferde gut und vielseitig ausbilden, auch das ist soweit erledigt.
- Ich habe mein Traumauto gekauft
Daneben habe ich seit meinem Burnout stark an mir gearbeitet. Meine Persönlichkeit hat sich sehr gefestigt und ich stehe für mich ein. Dazu haben wir in den 10 Jahren wo wir jetzt hier bereits wohnen, wurzeln geschlagen.
Die 9 Jahre waren hart, unbestritten, doch mit der Zeit habe ich habe sie genutzt. Ich kann mich jetzt auf mein(e) Krümmel freuen und weiss, dass ich die nächsten 15-20 Jahre ganz ihnen/ihm widmen kann, ohne dass ich irgendwelche Träume oder Wünsche zurückstecken muss. Der Nestbau ist abgeschlossen und die Selbstverwirklichung auch.
Ich bin, was ich immer sein wollte. Ich habe alles, was ich je wollte (ich weiss schon seit Jahren nicht mehr, was ich mir auf Geburtstag etc. wünschen soll...). Und ich bin frei von Ängsten, was das Muttersein betrifft.
Bessere Voraussetzungen gibt es wohl kaum, oder?
Montag, 23. Februar 2015
Wie alles anfing und seinen Lauf nahm...
In dem Jahr vor unserer Hochzeit, damals war ich 24, erklärte mir mein Mann, das er unbedingt Kinder will und zwar bald, da er ein junger Vater sein möchte.
Ich hatte mir bis dahin keine konkrete Gedanken zum Thema Nachwuchs gemacht. Schon gar nicht über den Zeitpunkt. Doch im Lauf von dem Gespräch fand ich die Idee schön, obwohl ich bereits damals schon einwendete, was den sei, wenns keine Kinder gibt? Vorahnung? Diese Möglichkeit verdrängte mein Mann gleich im Gespräch, das kam in seiner Welt gar nicht vor.
Mit 25 heiratete ich und setzte die Verhütung ab. Wir hatten Sex nach Lust und Laune, machten uns nicht viel Gedanken darüber. Schliesslich ist eine Schwangerschaft natürlich.
Nach 1,5 Jahren suchte ich den Frauenarzt auf, Routinekontrolle und sprach das Thema an. Er empfahl mir einen Blutuntersuch. Diagnose PCO. Ich wurde medikamentös eingedeckt. Und sollte mich melden, wenn nach 6 Monaten noch immer keine Schwangerschaft eingetroffen sei. 6 Monate später, war ich wieder da. Es wurde mir eine Stimulation mit Hormone empfohlen und, dass mein Mann im Labor eine Spermienprobe abgeben soll.
Am Tag vom Laborergebnis fragte ich meinen Mann danach. Es sei bei ihm alles i. O.
Da machte sich das erste Mal ein schlechtes Gewissen breit. Der Mensch, der ich am meisten liebe, wünscht sich Kinder und ich kann das nicht erfüllen. Zudem wuchs der Druck von aussen, wir wurden immer wieder gefragt, wann es dann so weit sei...
Ich stimmulierte, und wir hatten Sex nach Eisprung. Es kam tatsächlich zu einem positiven Test, leider setzten nachmittags die Blutungen ein.
Das war dann erst mal zuviel für mich. Ich litt schon unter den Hormonen, dann noch diese Erfahrung. Ich hörte auf und entschloss mich zur alternativen Behandlung. Akkupunktur war dann für ein Jahr angesagt. Half nichts. Dann versuchte ich es mit Homöopathie. Kein Erfolg. Es wurde ein Clear Blue Ovulationscomputer angeschafft, Sex nach Fahrplan. Nichts. Mir ging es immer schlechter, der Druck von aussen wurde grösser und es nagte das schlechte Gewissen meinem Mann gegenüber. Ich vereinbarte einen Termin in der Kinderwunschklink.
Nochmals wurde alles untersucht, unter anderem musste mein Mann nochmals zur Spermienprobe.
Dann der Schock, sein Spermienbild ist schlecht, wenig Spermien und die waren noch unbeweglich.
Es wurden die Akten von dem Labor von Jahren angefordert und man sah, dass es damals auch schon schlecht war, wenn auch nicht im gleichen Ausmass.
Für mich brach eine Welt zusammen. Mein Mann hat mich damals angelogen. Er liess mich im Glauben, ich sei einzig und alleine das Problem. 6 Jahre lang litt ich unter einem schlechten Gewissen, dem Druck, Selbstvorwürfe etc. Mein Vertrauen war missbraucht.
Die Kinderwunschklinik empfahl uns IVF, auf natürlichem Wege würde das mit dem Sperma nicht klappen. Also wurde stimmuliert, 20 Eizellen punktiert, 7 davon befruchtet, 2 mit Frischtransfer eingesetzt. Negativtest. Es folgte ein Kyrotransfer, auch negativ.
Dann brach ich zusammen. Ich konnte nicht mehr. Es war zuviel. Ich kam mit Bournout für 15 Wochen in eine Klinik. Weg von allem. Es folgte ein beschwerlicher Weg. Ich dachte damals viel über die Scheidung nach, es sass tief, dass mein Mann mich angelogen hatte.
In der Klinik wurde festgestellt, dass ich eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung habe. Ich würde Therapie und vorerst Medikamente brauchen. Zur Erholung. Es wurde für uns eine spezielle Paarthearpie für ungewollt kinderlose Paare gesucht.
Wir nahmen einen Anlauf. Unsere Beziehung verbesserte sich wieder. Ich machte Fortschritte in der Traumatherapie und nach 2 Jahren setzte ich mir zum Ziel, Medikamente absetzen und es nochmals versuchen.
Ich hatte mir bis dahin keine konkrete Gedanken zum Thema Nachwuchs gemacht. Schon gar nicht über den Zeitpunkt. Doch im Lauf von dem Gespräch fand ich die Idee schön, obwohl ich bereits damals schon einwendete, was den sei, wenns keine Kinder gibt? Vorahnung? Diese Möglichkeit verdrängte mein Mann gleich im Gespräch, das kam in seiner Welt gar nicht vor.
Mit 25 heiratete ich und setzte die Verhütung ab. Wir hatten Sex nach Lust und Laune, machten uns nicht viel Gedanken darüber. Schliesslich ist eine Schwangerschaft natürlich.
Nach 1,5 Jahren suchte ich den Frauenarzt auf, Routinekontrolle und sprach das Thema an. Er empfahl mir einen Blutuntersuch. Diagnose PCO. Ich wurde medikamentös eingedeckt. Und sollte mich melden, wenn nach 6 Monaten noch immer keine Schwangerschaft eingetroffen sei. 6 Monate später, war ich wieder da. Es wurde mir eine Stimulation mit Hormone empfohlen und, dass mein Mann im Labor eine Spermienprobe abgeben soll.
Am Tag vom Laborergebnis fragte ich meinen Mann danach. Es sei bei ihm alles i. O.
Da machte sich das erste Mal ein schlechtes Gewissen breit. Der Mensch, der ich am meisten liebe, wünscht sich Kinder und ich kann das nicht erfüllen. Zudem wuchs der Druck von aussen, wir wurden immer wieder gefragt, wann es dann so weit sei...
Ich stimmulierte, und wir hatten Sex nach Eisprung. Es kam tatsächlich zu einem positiven Test, leider setzten nachmittags die Blutungen ein.
Das war dann erst mal zuviel für mich. Ich litt schon unter den Hormonen, dann noch diese Erfahrung. Ich hörte auf und entschloss mich zur alternativen Behandlung. Akkupunktur war dann für ein Jahr angesagt. Half nichts. Dann versuchte ich es mit Homöopathie. Kein Erfolg. Es wurde ein Clear Blue Ovulationscomputer angeschafft, Sex nach Fahrplan. Nichts. Mir ging es immer schlechter, der Druck von aussen wurde grösser und es nagte das schlechte Gewissen meinem Mann gegenüber. Ich vereinbarte einen Termin in der Kinderwunschklink.
Nochmals wurde alles untersucht, unter anderem musste mein Mann nochmals zur Spermienprobe.
Dann der Schock, sein Spermienbild ist schlecht, wenig Spermien und die waren noch unbeweglich.
Es wurden die Akten von dem Labor von Jahren angefordert und man sah, dass es damals auch schon schlecht war, wenn auch nicht im gleichen Ausmass.
Für mich brach eine Welt zusammen. Mein Mann hat mich damals angelogen. Er liess mich im Glauben, ich sei einzig und alleine das Problem. 6 Jahre lang litt ich unter einem schlechten Gewissen, dem Druck, Selbstvorwürfe etc. Mein Vertrauen war missbraucht.
Die Kinderwunschklinik empfahl uns IVF, auf natürlichem Wege würde das mit dem Sperma nicht klappen. Also wurde stimmuliert, 20 Eizellen punktiert, 7 davon befruchtet, 2 mit Frischtransfer eingesetzt. Negativtest. Es folgte ein Kyrotransfer, auch negativ.
Dann brach ich zusammen. Ich konnte nicht mehr. Es war zuviel. Ich kam mit Bournout für 15 Wochen in eine Klinik. Weg von allem. Es folgte ein beschwerlicher Weg. Ich dachte damals viel über die Scheidung nach, es sass tief, dass mein Mann mich angelogen hatte.
In der Klinik wurde festgestellt, dass ich eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung habe. Ich würde Therapie und vorerst Medikamente brauchen. Zur Erholung. Es wurde für uns eine spezielle Paarthearpie für ungewollt kinderlose Paare gesucht.
Wir nahmen einen Anlauf. Unsere Beziehung verbesserte sich wieder. Ich machte Fortschritte in der Traumatherapie und nach 2 Jahren setzte ich mir zum Ziel, Medikamente absetzen und es nochmals versuchen.
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